PRESSE
ANMERKUNGEN ZUR MUSIK VON STEINGRIMUR ROHLOFF
Steingrimur Rohloff beeindruckt durch eine originelle Fantasie, mit der er
Klangbilder in grossen Instrumentalbesetzungen gestaltet. Dass er dabei
besonders am klassischen Orchester intersessiert war, zeigt eine lange Reihe
von Orchestrationen berühmter Klavierstücke von Jolivet bis Takemitsu.
In Rohloffs beiden Orchesterwerken "SOL" und "GRAVITATION"
werden farbige
Akkorde statischen Klangfeldern gegenübergestellt, in denen viele melodische
Gestalten durch ihre Schnelligkeit und Überlagerung zu in sich bewegten
Bildern verschmelzen. Einzelne Stimmen treten in den Vordergrund während
andere im Gesamteindruck zu Farbnuancen werden. Viele ungewöhnliche
Spielarten der Streicher und Bläser bereichern den Klang durch
Geräuschanteile. Die Musik ist ein ständiger Prozess der Verwandlung
zwischen den Elementen von Statik und rhythmischen Farbakkorden, die an
Orchesterwerke von Olivier Messiaen erinnern.
Darin lässt sich der Einfluss der französischen Schule um Gérard Grisey und
Marc-Andé Dalbavie erkennen, die Anregungen von Messiaen und Boulez weiter
entwickelt haben. Durch seine Erfahrungen am Conservatoire in Paris und bei
Krzysztof Meyer in Köln hat Steingrimur Rohloff zu einer eigenen
musikalischen Sprache gefunden, die unterschiedliche Einflüsse auf
originelle Weise miteinander verbindet: eine virtuose Technik im Umgang mit
den Klangmöglichkeiten des Orchesters und eine melodische Erfindung, die in
spannenden Prozessen von Farbvariationen entfaltet wird.
In der französischen Schule sind die Klangfantasien eng mit einer
Bereicherung der elektronischen Kompositionsmittel verbunden. Dass
Steingrimur Rohloff seine nächsten Werke vor allem der Verbindung von
Instrumenten mit den Klangmitteln der Elektronik widmen will, lässt neue
spannende Abenteuer seiner Musik erwarten.
Dr. Wolfgang Becker, 2003
COCOONS für Gitarre
solo
„Rohloff
realisiert seine Ideen plastisch und interessant mit einer originellen, nahezu
visionären, Ausnutzung der klanglichen Möglichkeiten der Gitarre.“
1997,
Politiken, Kopenhagen, Jan Jacoby